Sitaris - Pelzbienen-Ölkäfer




 

 

Im Sommer 2023 entdeckte ich hinter dem Kartoffelkeller in Groß Lüsewitz einige exotisch anmutende, glänzende Käfer mit stark verkürzten Flügeldecken. Es handelte sich um den Schmal-flügeligen Pelzbienen-Ölkäfer, Sitaris muralis

Diese Art hat ihren Verbreitungsschwerpunkt v. a. im mediterranen Raum. Im Zuge des Klimawandels scheint sich der hierzulande seltene Käfer nach Norden auszubreiten. Aktuell wird er in der Roten Liste 3 geführt. 

Die Entwicklung des Pelzbienen-Ölkäfers erfolgt parasitisch an Pelz- und Mauerbienen. Hierzu werden im Spätsommer Eier im Bereich der Ausflugs-öffnungen der Nester abgelegt. 

Als erstes Larvenstadium schlüpft eine Vielzahl sogen. Dreiklauer (Triungilus), die in der Eihülle überwintern. Diese haben die Aufgabe sich im Frühjahr an die ersten geschlüpften, ausfliegenden Bienen (Drohnen) zu klammern. Bei der Paarung überwechseln sie dann auf die Weibchen und lassen sich in die neuen Nester tragen. 

Dort frisst das nächste Larvenstadium das Bienenei und den Pollenvorrat. Nach einer Ruhephase im Winter folgt die Verpuppung und im August des Folgejahres erscheinen dann die neuen Imagines.  

Literatur:
Willner, Wolfgang: Taschenlexikon der Käfer Mitteleuropas. 1. Aufl. Wiebelsheim: Quelle und Meyer, 2013
Harde, Wilhelm; Severa, Frantisek: Der Kosmos Käferführer - Die mitteleuropäischen Käfer.3. Aufl. Stuttgart: Kosmos, 1988
Trautner, Jürgen et al.: Käfer - beobachten - bestimmen. 1. Aufl. Melsungen: Neumann-Neudamm, 1989
 Edmund Reitter: Fauna Germanica - Die Käfer des Deutschen Reiches. 5 Bände, Stuttgart K. G. Lutz 1908 - 1916, Digitale Bibliothek Band 134, Directmedia Publishing GmbH, Berlin 2006
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