Molorchus - Kurzdeckenböcke

Im Juli 2010 konnte ich auf Doldenblüten im Sanitzer Forst regelmäßig den Dunkelschenkligen Kurzdeckenbock Molorchus minor beobachten.

Auffälliges Merkmal der Gattung sind die stark verkürzten Flügeldecken. Ein möglicher Erklärungsansatz für diese Anpassung scheint die hohe Flugaktivität der Tiere zu sein. Zumal die Unterflügel nicht, wie bei den Staphylinidae vollständig eingefaltet werden.

Die Larven der kleinen agilen Käfer entwickeln zweijährig sich in der Rinde und im Splintholz von Nadelbäumen.

Am Naturschutztag in der Rostocker Schwienskuhle fand ich endlich eine weitere Molorchus-Art: den Dolden-Kurzdeckenbock M. umbellatarum

Die Larven dieser Art entwickeln sich im Holz verschiedener Rosaceen, z. B. Schlehen (Prunus spinosa) und benötigt daher natürliche Hecken-Biotope oder naturbelassene Gärten. Im Vergleich zu M. minor, ist der Dolden-Kurzdeckenbock deutlich seltener zu finden.

Literatur:
Willner, Wolfgang: Taschenlexikon der Käfer Mitteleuropas. 1. Aufl. Wiebelsheim: Quelle und Meyer, 2013
Harde, Wilhelm; Severa, Frantisek: Der Kosmos Käferführer - Die mitteleuropäischen Käfer.3. Aufl. Stuttgart: Kosmos, 1988
Trautner, Jürgen et al.: Käfer - beobachten - bestimmen. 1. Aufl. Melsungen: Neumann-Neudamm, 1989
 Klausnitzer et al.: Die Bockkäfer Mitteleuropas. Cerambycidae. Die Neue Brehm-Bücherei (Band 499), Wittenberg Lutherstadt 1978