Catocala - Ordensbänder
Innerhalb der Noctuidae, die mehrheitlich braune oder graue Falter enthält, finden sich mit den Ordensbändern die schönsten und größten Arten. Als Kind fand ich die attraktiven Falter noch regelmäßig an den Häuserwänden der äußeren Plattenbauten in Evershagen, denen größere Pappelanpflanzungen gegenüber lagen. Danach gelang mir viele Jahre keine Beobachtung mehr. Im September 2010 fiel mir am Geländer eines Stegs eines Waldsees in Garz ein großer grauer Falter ins Auge - es war ein Rotes Ordensband, Catocala nupta. Leider öffnete der klamme Falter seine Flügel nicht, so dass die darunter befindliche schöne Rotzeichnung verborgen blieb. Die Raupe des roten Ordensbandes entwickelt sich an Pappeln (Populus spec.) und schmalblättrigen Weidenarten (Salix spec.). Daher ist die Art an Biotope mit hinreichenden Beständen an Weichhölzern, wie Auen und andere Uferlandschaften, Parks etc. gebunden. Die jährlich in nur einer Generation erscheinenden, nachtaktiven Falter fliegen bevorzugt Baumwunden an oder saugen an gärendem Obst. Auch die Raupen fressen nur nachts. Sie verpuppen sich am Erdboden. Die Flugzeit der Imagines erstreckt sich von Mitte Juli - Anfang Oktober. Das Rote Ordensband überwintert im Eistadium. Im Sommerurlaub auf Rhodos fand als nächtlichen Lichtanflug eine weitere Catocala-Art, die ich anhand der braun überzeichneten Vorderflügel derzeit als Pappelcarmin, [C. elocata] eingestuft habe. Aufgrund der bestehenden Unsicherheit bleibt die Artbezeichnung in Klammern. Auch die Raupen dieser Art entwickeln sich an Pappeln (Populus spec.) und Weiden (Salix spec.). In Deutschland fliegt das Pappelcarmin ebenfalls von Mitte Juli - Anfang Oktober. Im August 2014 fand ich mitten im Sanitzer Forst in einem Mischlaubwaldbestand aus Eichen und Buchen die Überreste eines Ordensbands. Inzwischen stufe ich den Falter anhand der Zeichung der Hinterflügel als Großes Eichenkarmin, C. sponsa ein. Leider gelang mir bis dato kein weiterer Fund. Die Raupen dieses Falters entwickeln sich an Eichenarten, Quercus rubur und Q. petraea. Der Flug erfolgt ab Spätsommer - Ende Juli bis Oktober. Auch diese Art überwintert im Eistadium. - Am letzten Juliabend im Jahr 2014 bemerkte ich plötzlich an einer Häuserwand in der Innenstadt einen sehr großen Nachtfalter. Auf meine Berührung hin flog dieser äußerst nervös auf und präsentierte dabei seine roten Flügelunterseiten - endlich wieder ein Rotes Ordensband in Rostock! - 2015 war ein erfreuliches Jahr für C. nupta. Ich fand die Art in Groß Lüsewitz, Sagerheide, Brinckmansdorf und in der Rostocker Innenstadt. Literatur:
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